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Liechtenstein
der Mikrostaat

"Wir bedürfen eines kleinen Kreises, um groß zu sein"-
dieses Wort von Fontane könnte geschrieben worden sein,
um Liechtenstein, den Mikrostaat zwischen
Österreich und der Schweiz, zu charakterisieren.



Cornelia Auer

studiert Jus in Innsbruck

Das Afa zu Besuch beim Fürsten Hans-Adam II.
Am Freitag, den 26. März 1999 machten wir - 29 interessierte Studenten aus dem In- und Ausland - uns auf, um dieses Land, das von manchen nur allzugern mit dem etwas bekannteren Luxemburg verwechselt wird, näher kennenzulernen.

Um 11:30 Uhr wurden wir im Regierungsgebäude in der Hauptstadt Vaduz, von Frau Regierungsrätin Dr. Andrea Willi empfangen. Sie umriß kurz die Geschichte Liechtensteins, die vor 300 Jahren mit dem Ankauf der Herrschaft Schellenberg durch die Fürsten von Liechtenstein begann. Frau Dr. Willi beantwortete mit viel diplomatischem Geschick all unsere Fragen.

Zu Mittag waren wir im Hause der Eltern von Florian Marxer, dem Vorsitzenden des AFA Innsbruck und Organisator dieser Studienreise, eingeladen. Im Anchluß an einen kleinen Imbiss hatten wir Zeit, uns "Downtown Vaduz" mit seinen Geschäften, Büros und Banken bei strahlendem Sonnenschein näher anzusehen und im Postamt einige der bekannten Briefmarken zu erwerben.

Am Nachmittag wurde uns zuerst ein 30-minütiger Film der Regierung über Liechtenstein gezeigt, durch welchen wir erfuhren, daß Liechtenstein nicht nur vom Geld ausländischer Anleger lebt sondern auch über eine eigene hochentwickelte Industrie verfügt.
Danach besuchten wir eine Ausstellung von Kunstwerken aus der Privatsammlung des Fürsten.

Um 18:00 Uhr kam der Höhepunkt unserer Reise: Eine Audienz bei S.D. Fürst Hans-Adam II von und zu Liechtenstein im Schloß Vaduz.
Er nahm sich eine Stunde für unsere zahlreichen Fragen Zeit und beschrieb uns, wie sich ein so kleiner Staat in den letzten Jahrzehnten durch geschicktes Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft zu einem wichtigen Finanzplatz innerhalb Europas entwickeln konnte.

Den Abend dieses eindrucks- und abwechslungsreichen Tages verbrachten wir auf 1600 m Seehöhe im Malbun, der Wintersportregion Liechtensteins. Nach einem zünfitgen Abendessen und einer nächtlichen Rodelpartie war die Nacht nicht mehr all zu lang.

Den Abschluß der Studienreise bildete am folgenden Tag ein kleiner Abstecher nach St. Galen in der Schweiz, bevor wir wieder nach Innsbruck zurückkehrten.

Obwohl wir nur einen Tag in Liechtenstein verbrachten, konnten wir dennoch aufgrund des vielfältigen Programmes ein umfassendes Bild von diesem Staat gewinnen. Nach informativen Gesprächen mit dem Staatsoberhaupt und der Außenministerin sowie einem kurzen aber intensiven Kontakt mit Land und Leuten, kann man durchaus behaupten, daß ein Blick nach Westen zum kleinsten unserer Nachbarländer sich in jeder Hinsicht lohnt.