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Photos:
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Die
"alte" Kommission
Jacques Santer (LUX)
Präsident
Sir Leon Brittan (GB)
Vizepräsident und
und WTO und OSZE,
bzw. Nordamerika
Manuel Marin (E)
Lateinamerika, Mittlerer
Osten und Asien
Martin Bangemann (D)
Industrie
Karel van Miert (NL)
Wettbewerb
Hans van den Broek (NL)
Zentral-, Osteuropa,
Türkei Zypern
Joao de Deus Pinheiro (P)
Karibik, Afrika,
Pazifikstaaten
Padraig Flynn (IRL)
Beschäftigung/Soziales
Marrelino Oveya (E)
Kultur und
Europaparlament
Anita Gradin (S)
Immigration und Justiz
Edith Cresson (F)
Wissenschaft, Forschund
und Bildung
Ritt Bjerregaard (DK)
Umwelt und nukleare
Sicherheit
Monika Wulff-Mathies (D)
Regionalpolitik
Neil Kinnock (GB)
Transport
Mario Monti (I)
Binnenmark, Zölle
Franz Fischler (Ö)
Landwirtschaft
Emma Bonino (I)
Fischerein,
Konsumentenpolitik
Yves-Thibault de Silguy (F)
Wirtschaft, Finanzen
Erkki Liikanen (FIN)
Budget und Verwaltung
Christos Papoulsis (GR)
Tourismus/Kleinbetriebe |
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Transparenz und Akzeptanz: durch, mit oder ohne das Volk?Wie soll der europäischen Bevölkerung mit ihren Alltagsproblemen mit
kurz- oder mittelfristiger Sicht das Ziel eines geeinten Europas vermittelt werden? Wenn
es nicht einmal der EU-Apperat schafft, im Sinne des geeinten Europas Korruption im Zaum
zu halten und Kosteneffizienz zu maximieren, wie soll dies den Wählern - was schon jetzt
durch geringe Wahlbeteiligung und Politikverdrossenheit europaweit sichtbar ist - klar
gemacht werden? Fehlende Transparenz, nötiger politischer Kleinkram wie
Bananenkrümmungen und langwierige Prozesse durch nationale Wünsche lassen sich national
wie international schlecht verkaufen.
Verständlich, daß ein politisch-demokratisches (EU)-System nicht einem
Wirtschaftsunternehmen gleichsetzbar ist, doch ein EU-Kontroller im europäischen Sinne
ist mit OLAF (Office de la lutte anti-fraude) schon in Sicht.
Organisation und Arbeitsweise der
Kommission
Die Kommission sorgt für die Einhaltung der
Gemeinschaftsregeln und der Grundsätze des gemeinsamen Marktes. Sie wacht über die
korrekte Anwendung der Vertragsbestimmungen und der Entscheiungen der Gemeinschaftsorgane.
Dafür stehen ihnen zahlreiche Unterrichtungs- und Untersuchungsrechte zur Verfügung, die
ihre Grundlage im primären und sekundären Gemeinschaftsrecht finden. Diese Funktion
richtet sich sowohl gegen Individuen als auch gegen die Mitgliedsstaaten (1). Soweit das
Lehrbuch.
"Wir sind ohnehin
Prügelknaben" - Der Abgang:
15. März 99: EU-Kommissare zittern vor dem Betrugs-Bericht.
In Brüssel jagt ein Gerücht das andere. Tritt Präsident Jacques Santer zurück? Nehmen
alle Kommissare ihren Abschied? EU-Nervenflattern: Korruptionsbericht, Landwirtschaft,
Reform. Betrug oder nicht Betrug? Der Bericht über Verfehlungen in der Kommission wird
heute, 15. März 99, vorgelegt - bis zum Rücktritt von Jacques Santer oder gar aller
Kommissare (außer der inkriminierten) scheint alles möglich. So titelten es die Medien.
Das vernichtende Urteil über Verfehlungen und Mißwirtschaft der EU-Kommission legte der
eigens eingerichtete Weisenrat vor. Noch am gleichen Tag forderten die Sozialdemokraten,
stärkste Fraktion im EU-Parlament, die Kommission zum Rücktritt auf. Edith Cresson
betreibe Vetternwirtschaft, Santer ließ "Staat im Staat" zu. Alle EU-Kommissare
verloren die "politische Kontrolle über die Verwaltung", so der Weisenrat.
Auslösende Person war Edith Cresson. Die französische EU-Kommissarin für Wissenschaft
und Forschung, Sozialistin, Vertraute des ehemaligen Präsidenten Mitterand und
Ex-Premierministerin, war bis zuletzt uneinsichtig. Der Bericht der Weisen kritisiert, sie
hätte bei dem von ihr verwalteten Bildungsprogramm Leonardo Unregelmäßigkeiten untätig
hingenommen. Doch der geschlossene Rücktritt der EU-Kommission hat auch die Mitglieder
des Weisenrats überrascht.
Fast zeitgleich mit dem Rücktritt der Kommission wurde ein neues Amt zur
Betrugsbekämpfung durch den Rat der EU-Finanzminister (ECOFIN) beschlossen.Die neue
unabhängige Gruppe, die voraussichtlich von fünf Experten aus dem EU-Rechnungshof und
Strafrechtsexperten geleitet werden wird, heißt OLAF.
Der österreichische Europaabgeordnete Herbert Bösch (SP), der in einem Bericht an das
Europaparlament erstmals eine solche Einheit gefordert hatte, gehörte der vom deutschen
Bundeskanzler Gerhard Schröder eingesetzen Gruppe (Schröder-Gruppe) aus Vertretern der
Kommission, des Rats und des Europaparlaments an, die am 14. März 99 eine politische
Einigung über die unabhängige Betrugsbekämpfungseinheit erzielte. Die neue Einheit OLAF
wird zwar formal der Europäischen Kommission zugeordnet, ist aber nicht wie ihre
Vorgängerin, UNCLAF, dem Generalsekretär der Kommission unterstellt. Sie wird zukünftig
gemeinsam von Europaparlament, Kommission und Rat eingesetzt und muß auch regelmäßig
diesen Institutionen ihre Berichte vorlegen. Es ist wichtig, daß die neue Einheit
unabhängig agieren kann. Zwar bleibt OLAF noch in die EU-Kommission eingegliedert, da
laut EU-Vertrag nur die Kommission und der EU-Rechnungshof derzeit das Recht haben, in
allen Mitgliedsstaaten Untersuchungen durchzuführen, aber die langwierige Einigung über
diese neue Institution ist eine erste Konsequenz aus den Mißständen in der
EU-Kommission.
"Die gute Nachricht ist, daß meine Frau und ich von den Vorwürfen reingewaschen
wurden. Die schlechte Nachricht ist, daß wir beide unseren Job verloren haben." (2)
So Erkki Liikanen (Kommissar für Haushalt, Personal und Verwaltung, Übersetzungsdienst
und Datenverarbeitung). Durch die Reform, speziell der in der EU-Kommission, müssen auch
die "Eurokraten" von teuren Gewohnheiten lassen. Aber daran haben die sieben
Gewerkschaften der EU-Beamten wenig Interesse. Der Rücktritt der 20 EU-Kommissare hat
aber auch bei den Gewerkschaften Spuren hinterlassen. Auch sie müssen die gründliche
Reform der Kommission mittragen. Radikalreformen werden nicht gerne gesehen.
"Jeder Konflikt ist eine Herausforderung", aber können die aktuellen
Korruptionsfälle, der Rücktritt der EU-Kommission und die Einrichtung von OLAF das Ziel
der Vereinigten Staaten von Europa nicht nur im wirtschaftlichen Sinn sondern auch im
politischen und auch im unionbürgerlichen Bereich Nähe und Effizienz schaffen? Und wie
weit können wir europäischen Bürger national sowie international verstärkt einwirken?
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