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| George W. Bush jr. |
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| Steve Forbes |
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| Photo: www.2gdi.net |
| Elisabeth Dole |
Wahlsystem
in KürzeDie Kandidaten kämpfen in den
einzelnen Bundesstaaten um Delegiertenstimmen für den Bundesparteitag. Die Wählerstimmen
für einen gewünschten Kandidaten werden dann auf dem Bundesparteitag den potentiellen
Präsidentschaftsbewerbern zugeordnet. Anschließend erfolgt eine Zuteilung der
Delegierten des entsprechenden Bundesstaates entsprechend dem Stimmenanteil der
Kandidaten.
Diese Bundesparteitage sind zugleich Nominierungskonvente der Parteien und finden
traditionell im Juli oder August des Wahljahres statt, wobei erst im Zuge dieses Konventes
der offizielle Kandidat vorgestellt wird. |
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Im Gegensatz zur demokratischen Partei, in der
sich Vizepräsident Al Gore noch kaum mit ernstzunehmenden politischen Gegenkandidaten
innerhalb der Partei herumschlagen muß, sieht es bei den Republikanern ganz anders aus.
Diese wollen das Weiße Haus mit aller Gewalt zurückerobern, gleichzeitig die
Abgeordnetenmehrheit im Kongreß halten und auch auf bundesstaatlicher Ebene nicht die
Mehrheit der Senatoren einbüßen. Hohe Ziele, für deren Verwirklichung noch das
geeignete Zugpferd fehlt. Hier ein kurzer Überblick über potentielle Kandidaten:
George W. Bush jr.Er gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für das
Präsidentenamt. Sein Name weckt bei Parteifreunden Erinnerungen an jene Zeit, als sein
Vater zwischen 1988 und 1992 im Weißen Haus regierte. Viele Republikaner, hauptsächlich
in den Bundesstaaten im Westen und im Mittleren Westen, sehen in dem erfolgreichen
Gouverneur von Texas den geeigneten Mann das Weiße Haus zu erobern. Mit republikanischen
Werten und streng konservativer Politik hält er seinen Staat an der Grenze zu Mexiko fest
im Griff. Meinungsumfragen in Texas ergeben Zustimmungsraten bis zu 80% für Bush, er
selbst hat sich allerdings in der Öffentlichkeit noch nicht dezitiert für eine
Kandidatur ausgesprochen.
Man weiß seine Überlegungen gegen eine Kandidatur noch nicht richtig einzuschätzen,
denn die Tatsache, daß er als Präsident keine Zeit mehr für Angelausflüge hätte und
darüber hinaus auch nicht mehr mit seinen Enkelkindern auf seiner Ranch spielen könnte
sind jedem Politiker und auch jedem Staatsbürger ohnedies bekannt. Viele vermuten eine
Hinhaltetaktik um nach der eben erst wiedergewonnen Wahl im November die texanischen
Wähler nicht vor den Kopf zu stoßen. Man würde es ihm wohl übel nehmen, wenn er jetzt
schon seine Kandidatur bekannt geben würde, denn einen Präsidentschaftswahlkampf zu
führen und nebenbei auch noch einen Bundesstaat zu regieren ist sicherlich unmöglich.
Andererseits kann er sich der Unterstützung seines Staates und seiner Wähler sicher
sein, wenn er gegen Ende der innerrepublikanischen Vorausscheidungen in den Ring steigen
würde, aber das Timing muß wohl überlegt sein.
Abgesehen davon verfügt er über Kontakte seines Vaters im gesamten Bundesgebiet, die ihm
finanziell und medienwirksam unter die Arme greifen würden, womit er den sicherlich
aufwändigsten Wahlkampf führen könnte. Er selbst hält sich jedoch weiterhin verdeckt
über seine politischen Absichten.
Steve Forbes
Der Gründer eines riesigen Verlagimperiums hat seine
Kandidatur schon länger bekanntgegeben und tourt schon fleißig durch die Staaten um
Werbung für seine Kampagne "A Strategy for America´s Future" zu machen. Seine
Hauptangriffsfläche bietet ihm sein möglicherweise schärfster Rivale auf dem Weg ins
Weiße Haus: ein gewisser George Bush jr! Steve Forbes kritisiert nicht nur die Politik
des ehemaligen Präsidenten George Bush um dessen Sohn aus der Reserve zu locken, er
läßt auch kein gutes Haar an der sogenannten "compassionate conservatism"-
Politik des Gouverneurs aus Texas. Diese sieht einen moderateren Mitte-Rechts Kurs vor,
als es Hardliner wie zum Beispiel Newt Gingrich propagiert haben und damit auch
letztendlich bei den Wählern gescheitert sind.
Forbes glaubt, daß er die besseren Konzepte und Argumente gegen George Bush jr hat,
läßt deren Details allerdings bislang eher im Verborgenen. Er hat sich als größter
Widersacher von George Bush jr innerhalb der Republikaner gemausert, womit viele andere
Kandidaten sich hinter dem Selfmademillionär scharen, um ihrerseits Attacken gegen den
Gouverneur von Texas zu starten.
Forbes selbst steht für eine Restrukturierung des Steuersystems und für eine Einführung
einer 17%igen "flat tax". Darüber hinaus plant er eine Reform des Gesundheits-
und Pensionssystems. Nebenbei fährt er gerne Attacken gegen multinationale Institutionen
wie den IWF und die UNO, welche bei hard-core Republikanern sehr gut ankommen. In Sachen
Wirtschaftspolitik prophezeit er eine Rückkehr zu den Grundsätzen der
"Reaganomics", also eine angebotseitige Orientierung der wirtschaftspolitischen
Grundsätze. In Zeiten, in denen der Staatshaushalt erstmals seit den siebziger Jahren
einen Überschuß verzeichnen kann, ist diese Argumentation aber wahrscheinlich nicht
zielführend. Dennoch, Steve Forbes ist ein Meister im Umgang mit Medien, eine
Eigenschaft, die ihn zumindest zu einem Mitfavoriten macht.
"Bauer Power"
Gary Bauer, ehemaliger Abgeordneter im Kongreß, gilt als der
Kandidat für die alte Garde der Republikaner aufgrund seiner Themenfokusierung auf
Abtreibung, Förderung der Kleinbetriebe und Beschneidung der Interessen großer Konzerne
zugunsten kleinerer.
Man gibt ihm keine allzu großen Chance, gegen die "big player" wie Steve Forbes
oder George Bush jr, aber seine Kampagne "Bauer Power" konnte zumindest mehr
Unterstützungsgelder auftreiben, als jene des ehemaligen Vizepräsidenten Dan Quayle.
Neben den oben erwähnten Themen macht sich Bauer ebenfalls gegen die von George Bush
propagierte Politik der "compassionate conservatism" stark, welche er als
medien-und wählererprobte Klischeephrasen kritisiert. Als Vorsitzender des
"Pro-Life" Familienforschungsinstituts hat er sein Hauptaugenmerk auf den Kampf
gegen die Abtreibung gelegt. Beobachter geben ihm auch gute Chancen, Stimmen aus Steve
Forbes´Wählerpotential zu ergattern. Ob dies allerdings reicht, um ins Weiße Haus zu
kommen sei dahingestellt. Der noch-nicht Kandidat Bush hingegen beobachtet den Kampf um
die traditionellen Wahlkampfthemen der Republikaner unterdessen aus sicherer Entfernung.
Ihm kann der Verlust an Wählerterrain von Steve Forbes zugunsten von Gary Bauer nur recht
sein, denn dieser verfügt über keine breite Unterstützung in den Bundessaaten.
Elisabeth Dole
Die Ehefrau des Gegenkandidaten von Bill Clinton im Jahre
1996, Bob Dole, hält sich ebenso wie Mr. Bush noch bedeckt über ihre Absichten. Tatsache
ist jedoch, daß sie ihre Funktion als Vorsitzende des amerikanischen Roten Kreuzes
aufgegeben hat, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Welche Herausforderungen dies
sein werden ließ sie aber noch dahingestellt. Ihre Reiseroute der letzten Monate läßt
aber auf größere Absichten schließen, denn der wahl-taktisch wichtigste Bundesstaat New
Hampshire war eine der meist bereisten Destinationen. Meinungsumfragen geben ihr und
George Bush teilweise sogar höhere Zustimmungsraten als Vizepräsident Al Gore. Manche
Medien schüren schon die Werbetrommel für die erste Frau als Präsident der USA.
Elisabeth Dole hat schon als Arbeitsministerin unter Bush sen. politische Erfahrung
gesammelt, ob sie allerdings ihr Charme und ihre mediengerechte Ausstrahlung ins Weiße
Haus bringen werden ist noch unklar.
Ihr Ehemann Bob meinte unlängst in der "Latterman Show", daß er seine Frau bei
ihren Absichten voll und ganz unterstützen werde, denn, wenn seine Frau mal ins Weiße
Haus eingezogen sei, dann wäre er der erste "first husband" der Geschichte. |